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Montag, 22. Oktober 2012

Deutschlandfest in Roppongi!

Ein solches Fest gibt es tatsächlich! Es fand über's Wochenende im Aoyama-Park in Roppongi statt.


Der Name war allerdings klanghafter als das Fest an sich. Zu meinem Erstaunen waren dort nämlich einerseits weit weniger Deutsche anzutreffen, als ich erwartet hatte und andererseits war es eher ein "Bayernfest" - nicht nur hinsichtlich der Auswahl an Getränken (Bier) und Speisen (Stichwort: Weißwürste), die gespielte Schlagermusik war wohl ebenso eher dem südlichen Raum zuzuordnen (auch wenn sich mein geballtes Wissen über diese zeitlos schaurige Musik auf eine Vermutung hinsichtlich der Lokalisierung beschränkt).
Da ist es fast ein Frevel, dass ich nur zu maßlos überteuertem Gulasch, Nürnberger Würsten (ist ja bekanntlich Franken!) und Berliner Currywurst griff!
Aber nach Erdinger Weißbier und Weißwurst mit Sauerkraut war mir dann doch nicht...

Und Überraschung: Mitten in die Vielzahl der bayerischen Ausschankmöglichkeiten hatte sich auch eine andere deutsche Brauerei gemogelt!

bedient haben auch hier nur Japaner
  umgerechnet nur schlappe 8 € für ein Radeberger!
Auch wenn die Preise extrem überteuert und so gar nicht deutsch waren, aufgrund des sehr schönen Wetters war auf den gestrigen Sonntag nochmal richtig viel los:

Was ich bis dato auch noch nicht wusste: Die "Sendung mit der Maus" ist in Japan ziemlich populär - es gibt sogar eine japanische Ausgabe davon!

Das am Stand nebenan Weihnachtszeug verkauft wird, versteht sich bei weit über 20°C Außentemperatur von selbst...

Nach dem Besuch des Deutschlandfestes bin ich nach Shibuya gelaufen. Auf dem Weg sind noch so einige interessante Fotos entstanden:

von moderner Architektur...
über moderne Kunst in Front des Theaters Aoyama...
bis hin zu übermenschensgroßen Robotern auf dem Hänger dieses Hummers
Auf dem vorherfahrenden Lkw kann man es gut erkennen: "Robotto Resutoran Oopun"
Als ich heute einem Freund im JLP-Kurs davon erzählte, war der sofort Feuer und Flamme für das "Roboter Restaurant"! Kein Wunder, er studiert an seiner Heimuniversität in der Fachrichtung Robotik und verbringt auch sonst den Großteil seiner Freizeit im Elektronik-Viertel Akihabara. Auch wenn ich ihm die Bilder noch nicht zeigen konnte, so weiß er von Restaurants, wo es sog. "Koch-Roboter" gibt, denen man beim Zubereiten der Gerichte zuschauen kann. Die abgebildeten Exemplare sehen mir aber eher nach "Service-Robotern" aus - mit der großen Ablagefläche - die Kellner von morgen also! :D

In Shibuya betrat ich dann das erste Mal das wohl berühmteste Starbucks-Café der Welt - das mit dem direktem Blick auf Shibuya Crossing!

wirklich viel Platz war da in der 2. Etage aber nicht - nur der schmale Streifen am Fenster!

Die folgenden Bilder sind bereits am Sonnabend in Shibuya entstanden:

Blick auf die Südseite von Shibuya mit Shibuya Station im Vordergrund
Blick auf die Nordseite von Shibuya Station - mittig die Station der Ginza Line
ein Zug im Gebäude - jedes Platzproblem findet in Tokio eine Lösung...

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Mein Studium... des Kapitalismus!

Wie jetzt Kapitalimus? Sollte ich nicht eigentlich Japanisch studieren?!
Jaaa... eigentlich schon, aber so langsam muss man sich ja an das Wirtschafts- bzw. spätere Berufsleben herantasten und da ich nicht vorhabe nach Kuba auszuwandern, kann es doch nichts Besseres geben als dem Inbegriff des Kapitals einen Besuch abzustatten - der Tokioter Börse!


Aber ehrlich gesagt war ich ziemlich überrascht! Denn viel war da nicht los - was kennt man nicht alles für Bilder vom wuseligen teils hecktischen Treiben auf dem Frankfurter Parkett... Ganz anders hier! Ich war dann doch recht verunsichert, ob DAS wirklich einer der wichtigsten Wertpapierhandelsplätze Asiens sein sollte...


    Bewegung kam erst in die Sache, als größere Gruppe japanischer Schüler samt Guide die bis dahin verwaisten Gänge betrat:


  Deswegen konnte ich mein Special-Video mit English Guide per Knopfdruck auch leider nicht mehr 
bis zu Ende aufnehmen...


Beim Media Center hatte ich da mehr Glück:


Wer jetzt denkt, das wäre es mit dem kapitalistischen Programm für diesen Tag gewesen, der irrt...

Die Japanische Zentralbank bzw. ein Teil davon
Nachdem wir von Außen einen kurzen Blick auf den monumentalen Bau der Japanischen Zentralbank geworfen hatten, ging das kapitalistische Tagesprogramm weiter mit dem Besuch des Währungsmuseums, welches sich in einem Bau auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet.
Fotos waren im Inneren leider nicht gestattet. Die Münzen, Barren oder welch merkwürdige Formen auch immer an Zahlungsmitteln früherer Tage ausgestellt sind - nicht gerade wenig davon glänzte in wunderschönem Goldfarben!
Es war amüsant mit anzusehen, wie einer der Wachmänner, die ja letztendlich doch die meiste Zeit nur für's Rumstehen bezahlt werden, auf einmal in den Sprint überging, als ein Japaner seine Digicam auspackte. Da musste er für sein Geld körperlich ja sogar richtig was tun! xD

  Eine Ausnahme von diesem strikten Fotoverbot gab es allerdings:

"Stone Money" - an solch wertvollen Exponaten sind Diebe wohl nicht interessiert... ^^







































Natürlich ist auch der "Hello Kitty"-Hype in gewisser Weise ein Auswuchs des Kapitalismus. Leute aller Bildungsschichten bezahlen für die Merchandise-Produkte einer Kunstfigur, die angeblich süß sein soll, Unsummen. Durch Werbung wird das natürlich noch angefeuert:

Andererseits ist es doch gerade das, was wir an Japan lieben!!! (Ok... manche hassen das auch...)

Sonntag, 14. Oktober 2012

Shibamata und das Um-die-Wette-Essen von KOSMIC

Um-die-Wette-Essen und KOSMIC: Es ist anzunehmen, dass meiner ach so stillen Leserschaft zunächst Fragezeichen durch den Kopf gehen: "Essen - kenn ich! Aber wer ist dieser KOSMIC?"

Also, am Freitag wurde von KOSMIC - einer Studentenorganisation der Keiō Universität, die sich um den kulturellen Austausch zwischen ausländischen und japanischen Studenten bemüht - eine "Welcome Party Fall 2012" für die neuen Austauschstudenten veranstaltet. Ort war die Mensa auf dem Mita-Campus und in eben jener waren die Tische zunächst auch reichlich mit Speis und Trank gedeckt.
Wenn man aber weiß, dass die ganze "Party" nur anderthalb Stunden lang gehen soll und davon die erste halbe Stunde durch Willkommensansprachen verquatscht wird, so war es nicht dumm sich schon kurz nach Einlass einen essensstragegisch günstig gelegenen Stehplatz zu suchen - so hieß es für mich dann auch: Chicken, Sandwiches, Nudeln, Getränke, Teller und vor allem Essstäbchen alle maximal im Abstand von einer Armlänge zu meinem (Rum-)Stehplatz.

Als einer der wenigen konnte ich dann nach der Essensschlacht auch von mir behaupten, mich satt gegessen zu haben, wofür ich nicht nur ungläubige Blicke erntete:
"Woran erkennt man den perfekten Kompass? Man lege eine Banane auf eine Mauer und dort wo sie verschwindet ist Osten!"
Naja, ich konnte drüber lachen - den kannte ich nämlich noch nicht! xD

Zur After-Show Party musste ich somit nicht mehr gehen. Auch hatte ich gar keine 2.500 ¥ einstecken - so viel hätte mich der Eintritt für 2 weitere Stunden in Izakaya nämlich gekostet! o,O
Dann lieber doch ein kleines Lokal in Roppongi, wo ich noch mit einigen Leuten hinging.

Sonnabends bin ich nach Shibamata gefahren. Das ist zwar offiziell noch Tokyo, aber nicht nur die anderhalb Stunden Bahnfahrt ließen das Gefühl aufkommen eher in einer dörflichen Gegend angekommen zu sein. Nicht, dass Shibamata nicht städtisch sei - aber so ganz ohne Wolkenkratzer oder U-Bahn ist es schon eine andere Welt im Vergleich zu Shinjuku, Shibuya oder aber auch Mita.
Die lokale Zugverbindung hat auch nur drei Stationen, auf der zwei gepflegte und saubere, aber durchaus in die Jahre gekommene Bimmelbahnen pendeln.

Shibamata liegt genau zwischen den beiden Endstationen der Strecke
Bahnhof Shibamata
Am Tage war die Einkaufsstraße von Shibamata gut besucht. Gerade der nahegelegene Tempel scheint sowas wie ein Magnet für japanische Touristen zu sein... Europäer habe ich nämlich weit und breit sonst nirgends wahrgenommen.

Shibamata Taishakuten Tempel
so bunt... und ich dachte, dass so nur thailändische Tempel aussehen^^

In der Nachbarschaft gibt es auch noch einen weiteren völlig unbeachteten Tempel - worauf sich dieser "spezialisiert" hat, ist mir allerdings bis jetzt noch ein Rätsel...


Auch habe ich keine Ahnung, was diese Steinsäule mit einem drehbaren, beschrifteten Zylinder für eine Funktion innehat - ist halt schlecht, wenn man niemanden dabei hat, der Chinesisch! spricht:


Für 100 ¥ habe ich es mir gegönnt des Weiteren noch das Haus eines Geschäftsmanns aus der Taisho-Zeit anzusehen, welches der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde:


Einen schönen Garten mit Koikarpfen gab es dort auch:


Wenn man Zeit hat, ist es auch empfehlenswert zum nahe gelegenen Edogawa (Fluss) zu laufen, welcher die Grenze zur Präfektur Chiba markiert. Dort kann man u.a. Leute beim Baseball-Training beobachten oder sich schlicht ins Gras fallen lassen und sein mitgebrachtes Sushi genießen.


Abends ist Shibamata jedenfalls definitiv nicht mehr als Tokio zugehörig zu erkennen - die Straßen sind wie leer gefegt!